Famed / Thinking Space

Merz in Februar

about:safety scaffold

Meiro Koizumi, Insert des Asian Hot Shots Festival im Videoraum


Bertram Haude Zick

#1
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Famed - Sebastian Matthias Kretzschmar, Kilian Schellbach und Jan Thomaneck
Thinking Space

Eröffnung: 11. April 2008, 19 Uhr
Laufzeit: 12. April 2008 - 24. Mai 2008

Die Künstlergruppe Famed (Sebastian Matthias Kretzschmar, Kilian Schellbach und Jan Thomaneck) beschäftigt sich in ihrer Ausstellung Thinking Space mit Fragen nach der Präsentation von Kunst und der Macht des Ausstellungsdisplay.
Mit ihren minimalen Eingriffen in vorhandene Raumstrukturen, wie etwa der Verschiebung einer Neonröhre von der Decken auf den Boden des Ausstellungsraumes, aber auch durch massivere Eingriffe, wie der Verbarrikadierung der Schaufensterfront des Kunstraumes :emyt, legen sie ihr Augenmerk auf institutionelle und kulturelle Praktiken. Sie verhandeln dabei das Wie und Wann des Erscheinens von Kunstwerken und KünstlerInnen im Kunstbetrieb genauso, wie die Strategien und das Potential des Verschwindens und Auslöschens in der Kunst. Dabei wird gerade in den Arbeiten, die sich mit dem Verschwinden beschäftigen das in der Kunst widergespiegelte Paradoxon deutlich, dass gerade im Moment des Verschwindens etwas (das Gewesene und das Künftige) überhaupt erst sichtbar wird. Das Verschwinden erscheint in diesem Zusammenhang nicht nur als Verlust, sondern auch als Voraussetzung für Neues.

Merz in Februar
16. Februar 2008 - 27. März 2008
Eröffnung: 15. Februar 2008, 19 Uhr


Austellungsansicht Merz in Februar in:emyt

Steve van den Bosch, Koenraad Dedobbeleer, Olivier Foulon, Alexander Lieck, Willem Oorebeeck, Walter Swennen und Joelle Tuerlinckx .. eingeladen von Alexander Lieck und Susanne Prinz

Merz in Februar ist Experiment und Ausstellung zugleich: die eingeladenen Künstler, die sich in ihren jeweils einzelnen Arbeiten und Ausstellungen mit den Produktionsprozessen und der Präsentation von Kunst beschäftigen, entwickeln in Berlin eine gemeinsame Ausstellung. Zu Beginn der Zusammenarbeit steht somit weniger eine inhaltliche Vorgabe durch einen Kurator, als vielmehr ein durch die beteiligten Künstler bestimmter Prozess, einer inhaltlich und formal weitgehend offenen gemeinsamen Arbeit. Im Idealfall sollte die Ausstellung die Form einer Collage erhalten, bei der sich die Werke der einzelnen Künstler gegenseitig widerspiegeln, kommentieren und ergänzen. Die gegenseitige Aneignung von Form und Material und das Zitieren und Kommentieren des jeweils Anderen kann dabei zu unkalkulierbare Überlagerungen verschiedener Zeichensysteme führen. In einem Prozess des "Sehens und Gehens", wie Joelle Tuerlinckx es für eine andere Ausstellung formulierte, kann sich der Betrachter in Merz in Februar befinden, bei dem jeder Schritt und jede Wendung neue Perspektiven nicht nur auf das eben Gesehene, sondern auch auf die Erfahrung mit Raum und Zeit ermöglicht

Hinter der spezifischen, den Prozess betonenden Organisation der Ausstellung steht neben der Frage nach der auratischen ‚Schöpferrolle' des autonomen Künstlers auch die nach den herrschenden Hierarchien bei der Konzeption von Ausstellung. Schließlich kommt einem Kurator bestenfalls eine organisatorische Rolle zu, wenn der Versuch unternommen wird, in einem quasi "Gesamtkunstwerk" mit der jeweils eigenen Arbeit erkennbar zu bleiben und dem einzelnen Werk weiterhin Bedeutung zukommen zu lassen.

Alle eingeladenen Künstler können auf Erfahrungen aus früheren Projekten zurückgreifen. Sowohl Joelle Tuerlinckx und Willem Oorebeek wie auch Koenraad Dedobbeleer und Steve van der Bosch haben bereits gemeinsame Ausstellungskonzepte entwickelt. Olivier Foulon und Willem Oorebeek schufen 2007 eine gemeinsame Edition für den Kölnischen Kunstverein. Die existierende große Anteilnahme am Werk des jeweils anderen war eine wichtiger Voraussetzung mit Merz in Februar ein über den Dialog hinausweisendes Ausstellungsexperiment zu wagen.

Die Ausstellung wird gefördert durch:
Botschaft des Königreichs der Niederlande
Vlaams Ministerie van Cultuur, Jeugd, Sport en Media
Ernst G. Hachmann GmbH
Kunstversicherung Thomas Jaksch

In Kooperation mit dem Verein zur Förderung von Kunst und Kultur am Rosa-Luxembrug-Platz e.V.

 

about: safety scaffold
8. Januar 2008 - 2. Februar 2008

mit Emmanuelle Antille, Andreas Böhmig, Emanuel Danesch, Dr. Jens Kastner, Fabian Reimann, Dr. Christoph Schwegmann, u. a.

Ein Sicherheitsgerüst (safety scaffold) vermittelt klar definierten Schutz für eine klar definierte Tätigkeit. Welche Sicherheitsgerüste bauen wir aber, wenn es ums Ganze geht, und wie sind diese Gerüste gestaltet? Durch die Erfahrungen mit dem internationalen Terrorismus und den veränderten Lebensbedingungen in der westlichen Welt, scheint Unsicherheit die neue gesellschaftliche Basiserfahrung zu sein, auf die in der Politik, der Wirtschaft aber auch im Privaten auf unterschiedliche Weise reagiert wird. Dabei wird deutlich, dass die Praktiken des sich Absichern und Versicherns ebenso Instrumente der Macht sind, wie die Verfahren des Beängstigens und Verunsicherns.
Im wöchentlichen Wechsel will die Reihe about: safety scaffold einen Monat lang Arbeiten von Künstlerinnen und Künstler zeigen, die sich mit verschiedenen Aspekten zum Thema Sicherheit beschäftigen. Außerdem werden weitere Gäste zu Vorträgen und Gesprächen eingeladen.


Veranstaltungen:

Dienstag, 29. Januar 2008, 19 Uhr
Emmanuelle Antille
Even if we Fall, Video 2007

Emmanuelle Antille wir bei der Eröffnung weitere ihrer Arbeiten vorstellen.

Um sich sicher zu fühlen, ist für viele Menschen ein soziales Netz aus Freunden, Familie und Partner sehr wichtig. Die Familie ist dabei sicher das erste Netzwerk, das man knüpft und das einen ein Leben lang prägt und begleitet. In den Videofilmen von Emannuelle Antille spielt das Thema Familie eine zentrale Rolle, wobei sie in ihren Filmen den Fokus auf die Machtkämpfe, die intimen Bekenntnisse, die Rituale und die Codes innerhalb einer Familie legt. In ihren Filmen entwickeln sich Geschichten zwischen Realität und Traum: Banale Szenen des Alltäglichen steigern sich zu seltsamen, emotionsgeladenen Ritualen. Ängste und Wünsche, verborgene Phantasien scheinen aus den Figuren hervorzubrechen und das Geschehen in eine Sphäre des Magisch-Irrealen zu treiben.

In einem ihrer neusten Filme mit dem Titel Even if we fall (Video, 2007, 9min) gehen drei Menschen (Mutter, Vater, Tochter) einem merkwürdigen Brauch nach, der sie im durchaus sprichwörtlichen Sinne näher aneinander binden soll.

Emmanuelle Antille (*1972 Lausanne) produziert seit 1997 Videos, die sie zum Teil zu umfassenden Installationen ausbaut. 2003 hat sie die Schweiz auf der Venedig Biennale mit ihrem Projekt Angels Camp vertreten. Derzeit ist eine umfangreiche Werkschau ihrer Videoarbeiten in der Kunsthaus Biel in der Schweiz zu sehen.

Emmanuelle Antille wird während der Präsentation ihres Films anwesend sein und weitere ihrer Filme und Projekte vorstellen.

Mit der Präsentation des Films Even if we Fall von Emmanuelle Antille geht die Ausstellungsreihe about:safety scaffold zu enden. Einen Monat lange haben Künstler/innen Arbeiten vorgestellt, die sich mit unterschiedlichen Aspekten des Themas Sicherheit beschäftigen. Ergänzt und erweitert wurden die Ausstellungen durch Theoretiker, die gegenwärtige Sicherheitsbegriffe vorstellten und analysierten.


23. Januar 2008, 19 Uhr
Filmscreening von livesafelyineurope von Emanuel Danesch im Kino Babylon
Vom 24. - 26. Januar wird der Film im Kunstraum :emyt gezeigt.


Der Wunsch nach einem sicheren zu Hause und einem Leben in kleinen und exklusiven Gemeinschaften haben so genannte Gated Communities zu einer weltweit attraktiven Wohnform gemacht. Die durch Zäune, Tore und Sicherheitspersonal geschützten Wohnkomplexe sind gebaute Utopien, in den versucht wird, das reale Leben und vermeintliche oder gefühlte Bedrohungen auszuschließen. Den Schutzzaun um ein Wohngebiet gibt es auch im Großen, wie an der Grenzen zwischen Europa und Afrika oder den USA und Mexiko.

In seinem neusten Film livesafelyineuropa stellt der junge österreichische Filmemacher Emanuel Danesch eine Analogie zwischen den Gated Communties und dem Ausbau "der Festung Europa" her. Als eine Art Dauerwerbesendung aufgebaut, wirbt der Film livesafelyineurope für das Projekt live safely in europe: der Europäischen Union als eine große Gated Community.
Der Film verknüpft dabei Bilder aus Gated Communities und Gesprächen von Gated Community Bewohner in Europa, mit Bildern der europäischen Grenzen, Wandergettos und der virtuellen Welt des Second Lifes. Die unterschwellig Werbebotschaft des Films hinterfragt dabei Sicherheitskonzepte und zeigt die Ambivalenzen gebauter Sicherheit/Wirklichkeit auf.

Emanuel Danesch (*1976 in Innsbruck, Österreich) studierte an der Universität für angewandte Kunst und der Akademie der bildenden Künste in Wien. In einer Vielzahl seiner Projekte, Dokumentarfilme und Installationen beschäftigt er sich mit Themen kultureller, ökonomischer und politischer Transformationen. Ein Überblick über seine filmischen Arbeiten war 2007 im Salzburger Kunstverein zu sehen. Emanuel Danesch lebt in Wien.

15. Januar 2008, 19 Uhr
Andreas Böhmig (Fotograf, Berlin) und Dr. Jens Kastner (Soziologe und Kunstkritiker, Wien)

Innerhalb der Ausstellungsserie about: safety scaffold zeigt Andreas Böhmig (*1974 in Karlsruhe, lebt und arbeitet in Berlin) Teile seiner Fotoserien Protection Prevué (13 teilig, je 66 x 66 cm) und Arcelor (12 teilig, 58 x 58 cm).

In seiner Fotoserie Protection Prevué beschäftigt sich Andreas Böhmig mit der Repräsentation von Sicherheit. Die Fotografien zeigen Metallkästen, die in öffentlichen Gebäuden Luxemburgs hängen und Jodtabletten enthalten, die die Bevölkerung im Falle eines Unglücks im nahen französischen Atomreaktor Cattenom vor Strahlenschäden schützen sollen.

Die Serie Arcelor präsentiert die letzten neun angestellten Arbeiter des örtlichen Kaltwalzwerks (früher Arbed, zur Zeit der Aufnahmen Arcelor, inzwischen Mittal Steel) in ihrer letzten Arbeitswoche: Nachdem das Werk im Zuge des luxemburgischen wirtschaftlichen Aufschwungs ab Ende des 19. Jahrhunderts der Hauptarbeitgeber von Dudelange war und dazu Gastarbeiter aus ganz Europa anzog, ist die Produktion seit den 1970er Jahren langsam gedrosselt worden. Während meines dortigen Aufenthalts im Sommer 2005 wurden die letzten verbliebenen Arbeiter von Dudelange in andere Werke versetzt. Das Gelände und die Arbeitskräfte liegen nun brach

Zur Eröffnung wird Jens Kastner einen Vortrag halten, in dem er sich mit Sicherheit als Inhalt von Politik und als Machttechnik beschäftigt. In seinem Vortrag wird er dabei die unterschiede der Sicherheitsbegriffe von Zygmunt Baumann, Luc Boltanski und Michel Foucault vorstellen und hinsichtlich hinsichtlich künstlerischer Praktiken untersuchen. Taugen sie zur Bedeutungsproduktion jenseits repressiver Sicherheitsmaßnahmen? Oder sind sie deren Teil? Zur Sicherheit wird die Sicherheit in diesem Vortrag theoretisch eingebunden, um dann an praktischen Beispielen diskutiert zu werden.

Jens Kastner ist Kunsthistoriker und Soziologe und lebt in Wien. Zuletzt erschien von ihm „Transnationale Guerilla. Aktivismus, Kunst und die kommende Gemeinschaft“ (Unrast, Münster 2007)


8. Januar 2008, 19 Uhr Fabian Reimann, Public Blackmail
mit einem Gespräch zwischen Fabian Reimann und Dr. Christoph Schwegmann (Politikwissenschaftler, Berlin)

Fabian Reimann (*1975 in Bremerhaven) geht in seinen (neuen) Arbeiten der Erzeugung von Furcht und der Inszenierung von Einschüchterung und dem labilen Gleichgewicht scheinbar vertrauter Koordinaten nach. Neben einer eigens für die Ausstellung gebauten Skulptur, die gleichzeitig auch als Sitzmöbel während der ganzen Ausstellungsreihe dient, zeigt er eine Auswahl seiner Textcollagen Public Blackmail. Die wie Erpresserbriefe gestaltete Collagen, in denen aus einzelnen Buchstaben Sätze, Zitate und Stichwörter zusammengesetzt werden, verweisen auf eine Latenz, etwas Unsichtbares, ein Verhältnis zwischen dem Funktionieren unserer wachen Lebenszeit und den Dingen, die sich der eigenen Kenntnis und dem eigenen Einfluss entziehen.

Christoph Schwegmann (*1971 in Köln) studierte Politische Wissenschaften und Germanistik in Mannheim und Swansea/Wales. 2002 promovierte er mit einer Doktorarbeit über das internationale Krisenmanagement im ehemaligen Jugoslawien. Als Politikberater im Bereich der Außen- und Sicherheitspolitik arbeitete er u.a. bei der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) und beim damaligen Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses im Deutschen Bundestag, Volker Rühe. Seit 2006 ist er Mitarbeiter im Bundesministerium der Verteidigung. Christoph Schwegmann publizierte zu Fragen des internationalen Krisenmanagements sowie zu militärischen Friedenseinsätzen. 2005 erhielt er den German NATO Essay Award der NATO Public Diplomacy Division.


Die Reihe about: safety scaffold wird gefördert durch:
Ernst G. Hachmann GmbH
Östereichisches Kulturforum Berlin
Pro Helvetia

Insert des Asian Hot Shots Festival im Videoraum
Meiro Koizumi, Human Opera XXX, Video, 2007
17. Januar 2008 - 22. Januar 2008

Im Rahmen des Filmfestivals Asian Hot Shots werden an verschiedenen Orten in Berlin Künstler und Künstlerinnen ihre Videoarbeiten vorstellen. Im Kunstraum :emyt ist während des Festiaval zu sehen:

Meiro Koizumi, Human Opera XXX, Video, 2007
2007, 17 min , Farbe, Single Channel Video

Human Opera ist der dritte Teil der XXX:Trilogy. Der Künstler mit silbern angemalten Gesicht filmt einen Mann, der zwischen raumschiffartigen Requisiten sitzt und eine traurige Geschichte erzählt. Er wird permanent von Koizumi unterbrochen, der ihn erniedrigt und ihn immer mehr lächerliche Requisiten halten lässt, mit der Begründung, er brauche „etwas lebendigeres“.

Meiro Koizumi lebt und arbeitet in Tokyo.
2005-2006 war er Stipendiat der Rijksakademie voor Beeldende kunsten, Amsterdam. Neben zahlreichen Solo-Austellungen u.a. in Amsterdam, Sao Paolo und London, stellte er 2007 im Rahmen der Gruppenausstellung Art Summer University in der Tate Modern, London aus
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http://www.asianhotshotsfestival.com

Bertram Haude
Zick
9. November bis 21. Dezember 2007

Bertram Haude während der Eröffnung der Austellung am 9. November 2007 weitere Ansichten

Beim Fangen spielen konnte man sich als Kind durch den Ausruf „zick“ vor seinem Verfolger in Sicherheit bringen. Für einen kurzen Moment war es möglich, mit einem einzigen Wort den Spielverlauf für sich anzuhalten und in einer Art Sicherheitszone zu verharren. Unantastbar für den Fänger konnte man von dort aus den weiteren Spielverlauf beobachten, sich ausruhen und dann erneut ins Spiel begeben.

In den in der Ausstellung zick von Bertram Haude gezeigten Arbeiten scheint die Zeit ebenso angehalten, wie es im Kinderspiel möglich ist; sind vorgegebene Funktionen außer Kraft gesetzt oder werden durch Umkehrungen eine Vielzahl von Andeutungen und Metaphern geschaffen. Alltagsgegenstände wie ein Regal, ein Nagel, Haare oder Decken verwendet der Künstler als Material und lässt durch seine Verwendungen neue Sinnzusammenhänge entstehen, die die benutzten Gegenstände teils magisch, teils symbolisch aufgeladen erscheinen lassen. Dabei thematisiert Bertram Haude aber auch Möglichkeiten und Formen der künstlerischen Arbeit, die sich nicht in der Erfindung von etwas Neuem ausdrücken muss, sondern den Alltag als gestaltetes und gestaltendes Element mit einbezieht.

Die Edition Feuergabe von Betram haude ist noch erhältlich.



#1
14. September bis 19. Oktober 2007

Für Paul Klee war die vornehmste Aufgabe der Kunst, das Unsichtbare sichtbar zu machen. Dieses Bonmot hat sich nicht nur als Zitat gehalten – Kunst setzt sich bis heute mit Sichtbarmachung auseinander: zwischen Paul Klee und den für die Ausstellung #1 eingeladenen Künstlern und Künstlerinnen mögen Welten liegen, zwischen der künstlerischen Motivation möglicherweise nicht. Die in #1 gezeigten Arbeiten gehen diesem Phänomen des »sichtbar Unsichtbaren« nach – und fragt: Was in unserer schnelllebigen Gegenwärtigkeit ist noch anwesend unter der ersten Schicht des Lebens und prägt uns, das Leben, die Kunst? Was ist unsichtbar sichtbar?
Was wichtig ist: keine moralische Frage liegt #1 zugrunde. Es sind die ästhetischen Möglichkeiten einer, moralisch oft weit eingeengten Kunst, die interessieren. Jean Baudrillard sagt zum heutigen Wesen des Ereignisses: »Das Ereignis wird im Bild nicht nur verstärkt, sondern gleichzeitig zur Geisel genommen. Es wird in seiner medialen Abbildung nicht nur unbegrenzt vervielfältigt, sondern gleichzeitig zerstreut und neutralisiert« (aus: Der Geist des Terrorismus). Welche Zeichen und Abdrücke hinterlässt ein solch aufgearbeitetes und konsumiertes Ereignis dann überhaupt noch? Und welche Spuren hinterlassen jene Ereignisse, die nicht vergessen, aber (kollektiv und damit auch medial) verdrängt wurden?


Wiebke Elzel / Jana Müller

Sven Johne
Walid Ra´ad
Natalia Stachon
Tim Sharp


Die Edition von Wiebke Elzel und Jana Müller zur Ausstellung ist noch erhältlich.